Warten

Hat sich bei dir schon was bewegt?
Das Fest der Lieben und Verschmähten.
Auf meiner Fensterbank da steht
ein Totenkopf nebst Lichterketten.

So nah liegt alles beieinander,
dass man im Trudel leicht vergisst,
wer nachts durch tiefen Schnee oft wandert,
wird tags von Elchen angepisst.

Die Karte ist nicht unterschrieben,
weil dort wo Hand nun Trauer wohnt,
gleich geht es los, gleich ist es sieben,
das Warten hat sich nicht gelohnt.

Hat sich bei dir schon was bewegt.
Zwei Sterne knien vorm Feuer nieder.
Dein Atem haucht über den Tee,
wo seiner war, gräbt Ungeziefer.

2 thoughts on “Warten

  1. Erst konnte ich mit den Gedicht nicht so richtig was anfangen. Dann habe ich versehentlich den Audio-Stream gestartet und war sehr dankbar darüber. Voll überraschend hat der Text dann seine ganze Kraft entfaltet. Wahnsinn!

    • Danke für deinen Kommentar, Marco!

      Ist vielleicht mehr ein Audio-Gedicht – womit wir eine neue Kunstform erschaffen hätten! hihi.

      Es grüßt aus Frankfurt, Laura

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