Burgunder 02

Wenn man betrunken spaziert,
erlebt man herrliche Straßen,
man hofft und man betet,
man springt, und man wartet;
dass “man” wird langsam durchs “Ich” ersetzt,
der Morgen ist jetzt,
kein Schritt unterschätzt.
An jeder Ecke, da wartet das Wunder,
im rosigen Kleid ein zweitausend’ Burgunder,
“Ach das Leben”, so singt man lieblich und rein,
hält ewig und lange, der Tod weicht dem Sein.
Werd’ nie so schnell schreiben,
wie leben ich will,
die Frau da am Kiosk, heißt Ilsebill;
sie nimmt meine Hand, begrüßt mich zum Tanz,
will nur mein Kleingeld, am Liebsten gestanzt.
Was ist das für eine mutige Frau,
die sich heut in mir hat aufgebaut,
was könnt’ ich nicht retten,
die Krim gar vielleicht!
Putin sogar brechen – es ist alles so leicht!
Bewandern will ich, die Welt da vor mir,
doch schleiche ich nur durch die Vorgärten hier.
Was sind das nur für herrliche Straßen,
man tanzt und man lacht, will gar Fremde begatten,
und langsam da leuchtet es einem doch ein,
des Weines Gewand, macht nur müd’ und allein.