Laura Frauenzeitschrift

Liebe Freunde und Literaturliebhaber,

heute ist in dem Frauenmagazin “Laura” ein Interview
über meine Nebentätigkeit als Liebesbrief-Ghostwriter erschienen.
Auf Seite 60 gibt es das Interview für nur 1,10 Euro ergattern!

Die Saison zum Valentinstag ist übrigens offiziell eröffnet – falls
ihr also noch ein nettes Geschenk für eure Liebsten braucht:
wisster Bescheid, wa?

Liebste Liebesgrüße aus Frankfurt,
eure Laura

Unsere Generation ist lyrisch am Arsch.

Für die grandiosen Jungs von wyme habe ich mal aufgeschrieben, was mich alles an diesem unsäglichen Slam Text von Julia Engelmann stört. Eine Auseinandersetzung mit einer Generation, die die Sache mit den Dichtern und Denkern wohl ein kleines Bisschen vergessen hat.

Viel Spaß beim Lesen, Verteufeln, Lieben und Teilen.

Eure Laura

Ein Auto voller Frauen

„Also, wenn es euch nichts ausmacht, dann würde ich vorschlagen, wir fahren in Richtung Norden”, sagt Saskia.
„Schöne Idee”, sagt Ute.
„Ja”, sagt Elke.
„Finde ich auch gut”, sagt Hannah.
Saskia steckt den Schlüssel in die Zündung. Sie zögert. Atmet durch.
„Allerdings könnten wir auch Richtung Süden fahren, also nur, wenn da alle mit einverstanden sind, meine ich natürlich.“ Sie winkt ab. „Ach, aber eigentlich ist mir auch alles recht.“
Ute lehnt sich in ihrem Sitz von der Rückbank mit dem Oberkörper leicht nach vorne.
„Nehmt mir das jetzt nicht übel, also ich meine das überhaupt nicht böse oder so, aber – im Westen soll es prinzipiell auch schön sein. Aber ich will da jetzt niemandem zu nahe treten, ich hatte es nur mal so aufgeschnappt. Muss ja auch nicht stimmen.“
„Das habe ich auch schon gehört. Ich kann auch total verstehen, wenn da jemand anderer Meinung ist, eigentlich müssen wir da auch nicht hin. Nur, wenn das alle wollen“, sagt Elke.
„Ist das auch okay für dich, Sassi?“, fragt Hannah.
„Für mich? Jaja, natürlich. Alles was auch für euch okay ist.“
„Ach Quatsch, du sollst doch auch mit in die Entscheidung eingebunden werden”, sagt Ute.
„Ich kann mich aber einfach nicht entscheiden.“
„Oh ja, das kenne ich auch”, sagt Hannah.
„Das ist ganz schlimm, diese Entscheidungsschwierigkeiten”, sagt Elke. „Und man kann es ja auch nicht allen recht machen.“
Einstimmiges Seufzen.
„Also, im Prinzip klingen doch auch alle vier Richtungen toll“, sagt Ute.
„Ich persönlich kann mit dem Süden allerdings nicht soviel anfangen. Aber natürlich kriege ich das auch irgendwie hin, wenn alle jetzt hier, also wenn das jetzt rein demokratisch …“
„Also ich war letztes Jahr dort und es war eigentlich ganz nett”, wirft Elke mit ein.
„Echt?“, fragt Hannah.
„Nein, also wenn das so ist, dann lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen.“
Saskia lässt den Motor an. Es brummt und brodelt unter der Motorhaube. Dann lässt sie ihn mit einer Handdrehung wieder absterben.
„Aber ist ja jetzt irgendwie auch doof, wenn ich das entscheide.“ Saskia dreht sich um. „Also jetzt mal ehrlich, was sagt ihr denn dazu?“
„Ganz ehrlich? Mir wäre der Westen sehr, sehr genehm“, sagt Ute.
„Mir der Süden“, sagt Elke, während sie aus dem Fenster schaut.
„Ich richte mich da total nach euch. Vorrangig bin ich aber durchaus östlich interessiert”, sagt Hannah.
Saskia lässt den Motor wieder aufheulen.
„Fahren wir also in den Norden.“
„Okay“, sagt Ute.
„Okay“, sagt Elke.
„Okay“, sagt Hannah.
Alle vier Frauen in dem Auto schnallen sich nacheinander an. Saskia dreht sich wieder zu dem Lenkrad, während der Motor läuft. Dann lässt sie die Schultern sinken.
„Ach, irgendwie fühle ich mich auch nicht wohl dabei, so über eure Köpfe zu entscheiden.“
Sogleich folgen drei Hände, die liebevoll und sanft über ihre Schultern streichen.
„Nein Sassi, das brauchst du dir nicht zum Vorwurf machen, das ist völlig okay. Man kann auch nicht immer nur an andere denken. Du musst da auch ganz klar an dich denken. Einfach mal Egoist sein”, sagt Ute.
„Ja, das kann ich total verstehen, dass dich das überfordert”, sagt Elke.
„Ich auch. Total”, sagt Hanna.
„Wir müssen eigentlich auch nirgendwo hin, wenn ich es mir so ganz genau überlege“, sagt Ute dann.
„Genau, dann fühlt sich am Ende auch keine von uns hintergangen”, sagt Elke.
Die vier Frauen in dem Auto lachen vergnügt.
„Dann bleiben wir hier, machen es uns dieses Wochenende einfach hier schön?”, fragt Hannah.
„Es war aber auch alles viel in letzter Zeit“, sagt Saskia. Ihre Stimme klingt plötzlich hoch und piepsig. „Also jetzt emotional, meine ich.“
Die drei Frauen pflichten ihr bei und nicken verständnisvoll.
„Das kenne ich. Das geht ganz schnell und dann ist wieder alles viel zu viel geworden. Lasst und bleiben. Besonders, wenn es der Sassi jetzt nicht so dolle geht. Da müssen wir jetzt alle Rücksicht nehmen … also nur, wenn es euch allen recht ist. Ich will da auch jetzt keinem …“
„Total recht”, sagt Elke.
„Ganz recht, ja”, sagt Hannah.
Saskia lässt den Motor wieder an. Ihre Hand sinkt zum Sitz, der Schlüssel baumelt in der Luft.
„Aber eigentlich ist der Norden ja auch wirklich ganz schön“, sagt Saskia.
„Das stimmt“, sagt Elke.
„Dann geht es jetzt in den Norden?”, fragt Hannah.
„Prinzipiell eine sehr, sehr schöne Idee”, beginnt Ute wieder. “Man muss aber auch bedenken …”

Maulkorb #12

Liebe Literaturfreunde,

tolle Texte von verschiedenen Jung- und Altautoren aus der Bundesrepublik, nebst meiner Kurzgeschichte “Die Welt drängt sich von außen auf” könnt ihr jetzt im Maulkorb #12 nachlesen.

Lyrik von Anne Seidel, Manuela Bibrach, Mascha Golda, Laura Vogt, Juliane Hanka, Johannes Fightestörk, Martin Piekar, Annie Lux, Stephan Zwerenz, Klaus Roth und Johannes Witek.

Shortstories von Michael Helming, SAID, Steffen Roye, Moritz7, Ken Merten, Katja Bohnet, Nicole Kleindienst, Vincent Eugen Noel, Laura Elisa Nunziante, Regina Schleheck, Henning H. Wenzel und Rüdiger Saß

Fotografien, Grafik, Malerei Skulptur von Lilly Schwartz, K.C. Wagner, Mathias Pfeiffer, Anja Jukrenas, silvio colditz, Anne Rosinski, Wouter Mijland, Silke Rilke, Barbastella, Conny Cobra, Klaus Roth, Linda Geisdorf, Eric Vogel und einem Daumenkino von Juliane Keuche und einem Vorwort Pierre Rochus.

Und hier könnt ihr das Dresdner Literaturmagazin für nur 4 Euro bestellen.

Stay short and literary!