Das Mädchen in rot

Manchmal schaue ich aus dem Fenster
und sehe mich selbst hell und klar,
auf den Straßen nachts laufen Gespenster
aus einem früheren Jahr.

Wie leicht ich mich dort bewege,
wie vertieft in jedes Spiel,
als ob es mich früher noch gäbe,
und ich heute ins Leere fiel.

Neben mir steht ein graues Gespenst,
ich trag’ einen roten Rock,
an dessen Stelle trat schlichtes Blau,
und ein streng gezogener Zopf.

Ach wär’ ich das Gespenst auf der Straße
so ganz ohne Lebensangst,
bät man mich um eine Blamage
auf der Straße hätt`ich getanzt.

Oft sitz’ ich am kalten Fenster,
das Licht draußen lustlos und tot,
ich schließ` die Gardinen und find’s,
nie wieder: das Mädchen in rot.