Burka, Hotpants oder Botox – Tragt doch, was ihr wollt

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Immer wieder tauchen Online-Petitionen und Pseudodiskussionen über das auf, was frau tragen darf. Nationalfeministen plädieren auf ein Burka-Verbot, weil sie es als alleiniges Symbol der Frauenunterdrückung sehen wollen. Schulleiterinnen schützen sich vor aufreizenden Schülerinnen in Hotpants. Die Boulevardpresse rechtfertigt ihre Auflage mit der Besprechung von Botox-Kuren weiblicher Prominenten. Wann dürfen Frauen tragen, was sie wollen?

Baden-Württemberg 2015. Dort wurde an einer Realschule darüber diskutiert, ob junge Mädchen Hotpants tragen dürfen. Die Schulleiterin verfasste einen Brief an die Eltern, in denen sie sich gegen aufreizende Kleidung aussprach und stattdessen lange Shirts verteilen wollte. Ihr Wortlaut: „Wir wollen damit ein kleines Stück zu einem gesunden Schulklima beitragen, in dem sich alle wohlfühlen und in dem gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden.” Es ist eben jene Individualität, eben jene freie Entscheidung der Frauen, die hier im Keim erstickt werden. Denn es ist ja nicht nur das Problem einer Schule, das dort zutage getreten ist. Offenbar scheint es vielen immer noch nicht klar, dass ein Minirock unter das Recht der freien Selbstentfaltung fällt. Was in Großstädten längst angekommen, liegt auf Dorfackern eher brach: Dort fängt der Eklat oft an, wo sich junge Frauen mit Minirock auf der Straße zeigen.

Blättern wir in Boulevardmagazinen, wird uns regelmäßig der Körperbau und die Cellulite prominenter Frauen vorgeführt. „Die ist ja auch nur ein Mensch“, soll uns damit suggeriert werden. Was zunächst begrüßenswert wäre, hat einen hohen Preis. Nämlich den der Privatsphäre. Warum müssen Frauen vor die Linse gezerrt und entmündigt werden, damit wir uns besser fühlen? Haben sie ihr Recht auf Privatsphäre mit ihrem überdurchschnittlich großen Gehalt verwirkt? Auch Frauen, die sich Botox-Kuren unterziehen, sind vor der ständigen Beobachtung der Öffentlichkeit nicht sicher – es ist übrigens dieselbe, die sie bei nicht behandelter Haut an den Pranger stellen. Sicherlich ist zu diskutieren, ob Eingriffe in die Schönheit der richtige Weg sind, um Anerkennung zu erlangen. Grundsätzlich gilt auch hier: Botox ist ein Menschenrecht.

“Ich will meinem Gegenüber in die Augen schauen.” Dies, ein beliebter Satz, der in der Diskussion um das Burka-Verbot immer wieder angeführt wird. Unser Wohlbefinden soll fortan wichtiger sein als geltende Gesetze: Individualwohl über Gemeinwohl, so soll es laufen. Nachweislich ist es in Frankreich, wo das Burkaverbot 2011 durchgesetzt wurde, zu Zwischenfällen gekommen. Frauen kassierten hohe Geldstrafen, weil sie sich weigerten, ohne Burka oder Nikab das Haus zu verlassen. Andere bissen Polizisten in die Hand, als diese sie zwingen wollten, ihre Vollverschleierung abzulegen. Nachdem sie sich körperlich gegen diese Grenzverletzung wehrten, gab es die Quitting: Sie wurden in die radikal-islamistische Ecke eingeordnet. Wir müssen behutsamer argumentieren, um Radikalismus einzudämmen. Wir müssen uns auf die Justiz verlassen, wenn wirkliche Unterdrückung herrscht. Ein Amerika der Herzen gibt es nicht.

Burka-Verbot, Hotpants-Aus, Botox-Kur: Das ist die komplexe Welt, die uns diese Differenzierung abverlangt. Wir leben in einem Europa, das auseinanderzubrechen droht. Uns erreichen jeden Tag viele Flüchtlinge; Weltvölker vermischen sich. Frauen aus allen Völkern sind heute gefragt, sich vermehrt Fragen zu stellen: Welches Recht will ich in dieser Gesellschaft durchsetzen? Dass ich anziehen darf, was ich will? Oder, dass ich meine Individualität und Religionsfreiheit fortan staatlich reglementieren lasse? Es liegt gerade heute, am Weltfrauentag, aber auch sonst an uns, das neue Frauenbild in Europa zu formen. Das geht nicht über Facebook, auf Twitter und nicht mithilfe der AfD. Auch wenn alle uns einen Umbruch versprechen. Dies ist unsere Zeit. Wie wir uns darin zeigen, sollte unsere Sorge sein.


Das Bild habe ich mit freundlicher Genehmigung von Claudia Dea benutzt.

Von Müttern und Töchtern und dem Drama drumherum

Liebe Leser,

nun habe ich mich wochenlang mit der klassischen Mutter-Tochter-Beziehung beschäftigt und dabei vor allen Dingen herausgefunden, dass dies noch ein höchst unerforschtes Feld ist. Uff.

Für EDITION F habe ich in einem Artikel meine weiteren Erkenntnisse aufgeschrieben, wer daran interessiert ist, der kann gerne hier mit hinkommen.

Wie immer freue ich mich über Kommentare, Antworten und qualifizierte Kritik.

Die Birken am Ende der Rampe

Ein Besuch in Auschwitz Birkenau

Wir fahren mit dem Bus nach Birkenau. Das Vernichtungslager liegt ein paar Kilometer vom Stammlager Auschwitz entfernt. Ich folge der Gruppe durch den Haupteingang, laufe unter freiem Himmel. Er gibt mir die Freiheit nach oben zu schauen, liegt nicht weniger bedrückend auf meinen Schultern. Wir gehen die Gleise entlang zur Rampe, an der die Gefangenen selektiert wurden, nachdem sie in überfüllten Zügen aus ganz Europa eingefahren waren. Arbeitsfähig oder nicht, darüber entschied ein Daumen. Alte, Kranke und Kinder wurden sofort in die Gaskammern geschickt. Damit sie vor ihrem Tod nicht aufbegehren, wurde ihnen erzählt, sie würden in ein Sonderlager kommen. Eines, in dem sie nicht arbeiten müssten, in dem es frische Milch für die Kinder gäbe. Den Nazis war keine Lüge zu perfide, damit ihre Tötungsmaschinerie reibungslos funktionierte. Aber ich weiß jetzt, was hier passiert ist.

Ich folge Barbara zu den Gedenktafeln am Ende der Rampe. „Hier ermordeten die Nazis etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder”, steht da. An den Massengräbern lauschen wir Barbaras Worten. Beide Krematorien wurden zerstört, erst teilweise bei einem Aufstand vom “Sonderkommando”, also von den ausgewählten Juden, die gezwungen wurden, ihr Volk aus den Gaskammern herauszutragen, zu plündern und zu verbrennen. Am Ende des Krieges zerstörten es die Nazis vollständig, um Spuren zu verwischen. „Mögen die Opfer in Frieden ruhen”, schließt Barbara diesen Teil der Führung nach einer inoffiziellen Gedenkminute. Zum Schweigen auffordern musste sie uns kein einziges Mal an diesem Tag.

Vom Scheißmeister und den Todesbaracken

Barbara will uns jetzt die Baracken zeigen. Die meisten sind unbegehbar aufgrund eines Unwetters, das vor ein paar Jahren den Grund auf den Feldern aufgeweicht hatte. „Uns fehlt das Geld, diese zu konservieren.” Zwei Baracken dürfen wir näher betrachten. Durch die Fenster sehe ich zwanzig Löcher in einem Balken: Toilettensitze. Hier hatten die Häftlinge 30-40 Sekunden Zeit zur Benutzung, das wurde genauestens angeordnet, die Häftlinge nannten die Aufsicht dafür “Scheißmeister“. Das erste Mal muss ich heute lächeln. Was für ein zutiefst menschliches Bedürfnis selbst im schrecklichsten aller Vernichtungslager geherrscht haben musste, den Dingen einen Namen zu geben.

Die zweite Baracke wirkt auf mich wesentlich bedrückender. Hier schliefen die Häftlinge. Am Ende der Pritschen stehen zwei kleine Öfen, die im Winter nicht ansatzweise ausreichend geheizt hatten, wie Barbara uns erzählt. Auf den Pritschen selbst, davon waren drei übereinander gereiht, schliefen bis zu neun Menschen unter zwei Decken. Die Kranken schafften es meist nur in die unterste Pritsche auf den Steinboden. Kein Heu, keine Kissen. Nur Decken und Holz, von harten Steinen gehalten. Anders als im Stammlager Auschwitz lebten die Menschen hier nur zum Sterben. „Hunderte von ihnen waren in diesen Baracken zusammengepfercht. Kaum eine Chance auf ein Überleben.”

Der Himmel über Auschwitz Birkenau lockert sich auf, ein weiches Rosa erhebt sich über ihn und erhellt den Kommandoturm. Ich werde den verbrannten Geruch in der Nase nicht los. Ob ich mir diesen einbilde, weiß ich nicht. Ich drehe mich um, zum Ende der Rampe, dort wo die Birken stehen, die Namensgeber für diesen Ort. „Ich kenne eine Überlebende, die bis heute keine Birken sehen kann”, erzählt Barbara. Ihrer Stimme ist ebenso ruhig wie am Anfang der Führung. Sie fordert weder Trauer noch Mitleid. Ich frage Barbara, wie viele Deutsche das Lager im Jahr besuchen. „Es sind verhältnismäßig wenige. Dafür kommen viele Japaner.”


Wir alle tragen eine Erbschuld in uns

Wir klatschen, die Tour ist beendet. Ich gebe Barbara zehn Zloty, umgerechnet sind das zwei Euro. Sie lächelt und bedankt sich höflich. Eine Schweizerin, die mit ihrer Tochter und ihrem Mann hier ist, fragt mich, ob es mich nicht nerve, dass die Deutschen das Thema Holocaust immer wieder hervorholen würden. „Das ist doch längst Geschichte“, sagt sie.
„Waren Sie heute nicht mit uns hier?“, frage ich. „Ich finde, man kann das Thema gar nicht oft genug herausholen.“

Ich glaube der Frau, dass die deutsche Aufarbeitung der Nazizeit für Ausländer schwer zu begreifen ist. Ich habe meine Erbschuld als Teil meiner Identität längst akzeptiert. Sie gehört für mich zum Deutschsein dazu und ich werde niemals begreifen, wie es auch nur einem Menschen einfallen kann, das Thema auf sich beruhen zu lassen. Wie kann man den systematischen und grausamen Mord an Millionen von Juden vergessen wollen – und wieso fühle ich mich davon gestört? Wichtiger noch: Was ist das für eine lächerliche Bürde, die ich zu tragen haben im Gegensatz zu den Opfern? Für mich war dieser Besuch heute wichtig. Ich fühle mich aufgeklärt, ich habe die Opfer betrauert, ich habe mich diesem Teil unserer Vergangenheit gestellt. Und ich werde davon erzählen.

Dies ist der zweite Teil meines Besuchs im Vernichtungslager Auschwitz Birkenau.

Auschwitz sehen und nie vergessen

Ich fahre am frühen Morgen mit einem weißen Reisebus in Krakau los. Das größte Vernichtungslager ist eine Touristenattraktion für die Gegend, überall sind Plakate angeschlagen, überall liegen Flyer aus. 35 Euro zahle ich umgerechnet für den Tag in Auschwitz-Birkenau. Im Bus sind wir nur deutschsprachige Touristen: zwei Studentinnen, die in Polen ein Auslandssemester machen, ein Ehepaar aus der Schweiz mit ihrer erwachsenen Tochter und zwei schweigsame Männer Anfang Zwanzig.

Ich tausche mich mit den anderen über die Transportmöglichkeiten aus, ein Zug wäre für weniger Geld nach Auschwitz gefahren, aber das, so finden wir alle, wäre zu makaber gewesen. Ich spüre eine leichte Angst in mir aufkommen, dass es mich bereits am Eingang in die Knie zwingt, aber noch ist die Stimmung wie die auf einer Klassenfahrt. Ich erzähle den Studentinnen von meinen ersten Tagen in Krakau, es ist neblig und dunkel, der Bus ist warm. „Die Milchbars hier sind geil, oder?” Ich nicke kurz ein und wache erst auf, als wir an dem großen Schild vorbeifahren.

Welcome to Auschwitz-Birkenau

Unsere Gruppe wird von einem jungen Mann auf dem Parkplatz empfangen. Hier gibt es ein Restaurant und ein Toilettenhäuschen. Er bringt uns über die Straße zum Stammlager und stellt uns Barbara vor, die uns zwei Stunden vom Stammlager Auschwitz erzählen wird. Barbara spricht mit einem starken polnischen Akzent. Sie trägt eine Pudelmütze, eine Brille und einen Gehstock der Hand. Sie ist streng geschminkt. Ihre tiefe Stimme wirkt beruhigend. Sie spricht getragen, aber klar. Sie bittet uns die Kopfhörer einzuschalten und Kanal 5 einzustellen, auf dem wir ihre Stimme empfangen.

Etwa hundert Meter entfernt sehe ich den Schriftzug: Arbeit macht frei. Ich schlucke, erst jetzt wird mir klar, dass es diesen zynischen Spruch wirklich gegeben hat. Ich schlucke nochmals, ich will die Tränen unterdrücken: Alles, was ich in den Schulbüchern gesehen habe, wird zur unwiderruflichen Wahrheit. Barbara erklärt uns, dass wir jetzt in das größte Massenvernichtungslager der Nazizeit eintreten. Wir gehen durchs Tor in das Lager hinein, eine Frau telefoniert neben uns laut auf Polnisch. Barabara wirft ihr einen kurzen, scharfen Blick zu.

Wir gehen in einer Reihe hinter Barbara hinterher, wie hinter einer Mutter, die uns schützen soll. Wir betreten das erste Gebäude in einer Reihe von roten Backsteinhäusern. Die Wände sind grau und kahl, die Räume fassen, wie in einem Museum, nur wenige Gegenstände. Wir erfahren, wie viele Menschen hier gestorben sind, wissen bald über ihre Nationalität. Ich seufze nicht, das steht mir in Anbetracht dessen, was hier passiert ist, nicht zu.


Der Lageralltag

Barbara erzählt unentwegt, vom Lageralltag, vom berüchtigten Block 11, dem Todesblock, in denen viele Gefangene nach 12 Stunden harter Arbeit in „Stehzellen“ strammstehen mussten, wenn ihnen ein Sabotageversuch angelastet wurde. Langsamer arbeiten, zum Beispiel. Auf Toilette gehen, wenn es nicht erlaubt ist. Sie zeigt uns den Appellplatz, auf dem die Häftlinge vor und nach der Arbeit stundenlang parieren mussten, einmal 22 Stunden lang. Wer umfiel, wurde erschossen oder erschlagen. Sie erzählt von polnischen Häftlingen, denen die Flucht gelungen war, sie erzählt von einem kleinen Orchester, das bei Hinrichtungen oder beim Morgenmarsch zur Arbeitsstätte spielen musste. Sie erzählt von den „Kapos“, den Blockaufsehern, selbst Gefangene, die für Ruhe in den Baracken sorgten, teils unter mörderischen Konsequenzen und mit sadistischer Freude.

Wir folgen ihr auf jeden Schritt, wir begehren nicht auf. Unsere Gruppe sucht die Nähe in sich selbst, während alles um uns lebendig wird. Ich kann mir jetzt vorstellen, wie auch Kinder, wie auch Jugendliche hier herumliefen, vielleicht Fangen spielten, wie zwischen all dem Leid ein wenig Menschlichkeit herrschte. So wie neben uns jetzt eine italienische Schulklasse herläuft, einige Jungs reden laut miteinander, zwei Mädchen kichern. Aber auch das ist okay, das alles gehört hierhin: die Trauer, die Freude, das Leben. Ich lerne heute ein anderes Auschwitz kennen als jenes aus dem Unterricht.

Der Raum mit den Haaren

Ich gehe vorsichtig an der Ferse meines Vordermannes. Meine Schritte machen auf dem Kies anspruchslose Geräusche. Niemand redet, niemand stellt Fragen. Ein andächtiges Schweigen hält uns zusammen. Barbara will uns den berühmten Raum mit den Haaren zeigen. Ich halte mich an die anderen, versuche den Blick abzuwenden. Der Raum ist im dunklen Violett ausgestrahlt. Dann gehen wir direkt vorbei, an dem Haufen voller aufgebahrter Haare. Sie gehörten zu den kahl geschorenen Häftlingen, den Toten, die in den Gaskammern starben und deren Verbleib durch den Verkauf von Haaren monetisiert werden sollte. Es zieht mich mit, reißt mich nach unten, ich schluchze und verstecke mich hinter dem Schal. Ich habe kein Recht jetzt hier zu sein; kein Recht diese Haare zu sehen.

Atmen, raus, an die frische Luft. Ich folge Barbara durch die Gaskammer, im automatisierten Schritt gehe ich durch das Krematorium hindurch. Wir betreten ein Gebäude, in dem Hunderte von Bildern der Häftlinge hängen. Und ich lerne Aurelia Bienka kennen. Sie lächelt verschmitzt auf dem Bild, welches direkt nach der Ankunft von jedem Häftling angefertigt wurde. „Ihr könnt mich alle mal“, sagt sie scheinbar, und ich nehme eines der wenigen Fotos im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mit meiner Handykamera auf.

Barbara erzählt von den mageren Essensrationen, von der braunen „Kaffee“-Flüssigkeit am Morgen, einer Suppe und ein paar Stück Brot am Abend: systematisch weit unter dem Tagesbedarf eines schwer arbeitenden Erwachsenen. Sie erzählt uns, dass einer der Lagerkommandanten gesagt haben soll, dass ein guter Häftling in drei Monaten sterbe – alles andere wäre finanzieller Ballast für die Deutschen. Die Häftlinge mussten um 4 Uhr aufstehen, auf die Toilette gehen, schnell “essen”, zum Appell geradestehen. Dann kilometerweit zur Arbeit laufen, dort 12 Stunden unsinnige Schwerstarbeit leisten, um neun Uhr in den Baracken liegen. Wer danach außerhalb der Backsteingebäude gesichtet wurde, wurde sofort erschossen. Viele „gingen in den Zaun“, wie es im Lagerjargon hieß, sie nahmen sich das Leben, in dem sie in den mit 5000 Volt geladenen Elektrozaun liefen. Fragen, wie: „Hätte ich überlebt?“, stelle ich mir nicht mehr. Es gibt keine Antwort darauf.

Dies ist der erste Teil des Berichts über das Lager Auschwitz-Birkenau in der Nähe von Krakau.

Am anderen Ende der Zeit


Es ist Herbst. Die Jahreszeit mit dem besten Ruf. Die Blätter sind gelb und braun. Sie sind welk und knirschen in der Hand. Darin herumzustampfen, kitzelt in der Herzgegend. Wir sitzen unter einer Wolldecke, wärmen das Innerste bei Kerzenlicht. Endlich haben wir Zeit. Für Besuche, fürs Schreiben, für Freundschaften und Ingwertee. Zeit, um auf diejenigen zu warten, die uns immer wieder warten lassen.

Niemand meldet sich mehr. Niemand hat mehr Zeit. Wir sind nur noch unterwegs, die Arbeit macht wohl zu viel Spaß, ein Gespräch am Telefon wird im Laufen erledigt, mit einer WhatsApp Nachricht ersetzt. Alles stresst. Die Wohnung, der Vermieter, der Handyvertrag. Wir wollen wechseln, ein Anruf wäre das. Wir wollen umziehen, aber schaffen es nicht die Kartons zu packen. Wie die Zeit an sich reißen?

Wir haben auf die Viertagewoche umgestellt. Jetzt sind da am Freitag noch die eigenen Projekte. Das Buch mit den fünfhundert Seiten will gelesen werden. Bei der Hälfte blättern wir ans Ende und schauen, wie viele Seiten wir noch müssen. Das Serienfinale droht. Wir stoppen den Balken, um zu sehen, wie viele Minuten kommen, bis wir endlich fressen dürfen. Dafür ist immer Zeit. Tütensuppe. Die steht auf dem Herd und will von uns umgerührt werden. Mindestens alle drei Minuten. 750 ml Wasser aufkochen, acht Minuten auf mittlerer Stufe vor sich hinköcheln lassen. Diese Suppe hat mehr Macht über unsere Zeit als wir.

Dreißig Bewerbungen haben wir in diesem Jahr rausgeschickt. Fünfzehn Exposés und neun Pitchideen.

“Aufgrund der Vielzahl der Bewerbungen können wir keine individuellen Absagen schicken.”

Keine Zeit. Alles stapelt sich, häuft sich, will abgearbeitet werden. Der Tisch droht auseinanderzubrechen. Ist von der Gegenseite ein Interesse da, wird der Tisch plötzlich ganz leicht. Wenn wir, die etwas wollen, allerdings nicht mehr warten können, weil wir meinen, keine Zeit zu haben; weil wir uns herausnehmen wie alle anderen irgendwann zu sterben, dann reicht eine kurze Nachfrage für diese Antwort aus:

“Leider habe ich es bisher nicht geschafft zu antworten. Dafür kann ich mich nur entschuldigen.”

Wir schweigen. Wollen niemandem auf die Nerven gehen. Die Tage, Wochen, Monate, die wir für die Bewerbung auf eine Stelle oder für das Manuskript auf eine Veröffentlichung hin verschwendet haben: alles weniger wert. Immer weniger wert, als die Zeit derer, die am anderen Ende des Hörers sitzen. Immer weniger wert als die, die uns vor dem Café warten lassen, weil sie es verdammt noch mal nie schaffen pünktlich zu sein. Die Zeit ist immer mit denen, die sie kraftvoll einfordern. Die sie an sich reißen und uns – die geduldig Wartenden – herzlos und unwiderruflich genommen wird. Uns, die kleinlaut um die Ihre bitten. Die auf das Glas ihrer Uhr tippen, weil sie insgeheim wissen: Wir alle leben nach der gleichen Zeit. Welche davon ist wichtiger?

Worüber wir reden müssen, wenn wir über die Frankfurter Buchmesse reden

Es ist Sonntag. Am leeren Sektglas klebt ein Herbstblatt, der letzte Tag der Buchmesse ist fast vorbei. Heute tummeln sich die Leser auf der Messe, die schieben sich durch die Gänge, blockieren die Rolltreppen, bilden Schlangen bei den Signierstunden an den Verlagsständen. Eine Nachricht raunt durch die Hallen: Das Buch ist nicht tot.

Und alles, was dahinter steht, atmet ruhig und gleichmäßig. Es hyperventiliert nicht, veranstaltet aber auch kein freudiges Lungenkitzeln. Vor ein paar Jahren war das Ebook laut der Panels und Diskussionsrunden noch todgeweiht. Heute wurde dem Digitalen – natürlich nicht zum ersten Mal, aber vielleicht mit mehr Tiefgang – eine angemessene Plattform geboten.

Mit dem Orbanism Space zum Beispiel, in dem bei Freibier über das Internet und seine Möglichkeiten diskutiert wurde. Der Begriff der neuen Schönheit wurde uns durch Selfies erklärt; bei einem Twittertreffen sah man in Gesichter, denen man endlich Zeilen zuordnen konnte. Mit dem “Blogbuster” allerdings schwimmt das Konzept. Das Publikum war vollzählig, aber die Idee dahinter nicht neu: Im Internet soll nun die literarische Entdeckung des Jahres gefunden werden. Dieses Mal mit der Hilfe von Literaturbloggern und Headlinern wie dem Klett-Cotta Verlag und Denis Scheck. Aber wie sich das von unzähligen anderen Versuchen (neobooks, Oetinger34, …) in dieser Richtung absetzen wird, bleibt unbeantwortet.

Amazon ist nicht mehr der große Nemesis, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Warum auch? 7100 Aussteller aus 100 Ländern sind auf dieser Buchmesse. Die meisten Publikumsverlage fahren im 68. Jahr des Ereignisses mit großen Ständen auf, die Tische sind gut besetzt. Im Agenten-Pavillon herrscht eine Geräuschkulisse, die Schulhöfen zur Mittagszeit ähneln. Harry Potter und Gandalf schlendern mit Cosplayern aus ganz Deutschland über den Innenhof und lassen sich von Journalisten fotografieren.

Diogenes ist zurück.

Selten scheint die Sonne. Mit der Buchmesse kommt der Herbst in die Stadt. Auch darüber müssen wir reden, wenn wir über die Buchmesse reden: über den nebligen Schleier, der sich in diesen Tagen über Frankfurt legt. Gelbe Taxilichter durchbrechen die dunkle Nacht. Sie sind auf dem Weg in die Restaurants, Hotels, ins Literaturhaus oder ins Bahnhofsviertel zu einer Lesung. Die einst “hässlichste Stadt Deutschlands” wird nun zu einer unerreichten Ästhetik für alle, die das nächste große Ding der Buchbranche suchen. Alleine dieses bleibt dieses Jahr aus.

Sinnlicher als Weihnachten: Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse 2016


Ein älterer Mann beugt sich auf den Tisch vor sich hinunter. Er zieht etwas Koks durch die Nase. Eigentlich riecht er nur an den Seiten eines Buches. Schade. Ich dachte, hier wäre dieses Jahr richtig was los.

Ich habe Bauchschmerzen von den ganzen Süßigkeiten, die es umsonst gibt, von den Bonbons und Lutschern, eventuell war ein Radiergummi darunter, das weiß ich nicht mehr so genau, im Rausch passiert das schnell.

Ich habe gestern viel Wein getrunken und am Ende gab es Wodka und das nächste, an das ich mich erinnere, ist wie ich in Halle 3 an meinen Brüsten, der Hüfte und dem Hintern durch die Gänge geschoben werde. Tausende Jutebeutel vor und hinter mir grapschen sich Kullis und neue Biobeutel von den Empfangstischen der Verlage.

Wenn man etwas von der wirklichen Geschäftstüchtigkeit der Verlagswelt mitbekommen will, geht man entweder in den Agenten-Pavillon oder in die Halle der internationalen Verlage. Dort wird einem bewusst, was die Buchbranche eigentlich für ein hartes Business ist. Es wird wild gestikuliert (bei den Italienern), charmant unter dem Kopftuch hervor gelächelt, während man Verträge unterschreiben lässt (Iran) und der Weg auf den Stand jedem versperrt, der keinen offiziellen Termin hat. (UK) Mit Lesen und Blättern hält man sich hier nicht auf.

Buchreporter im Social Media Alter fotografieren „mega sweete“ Cover und Postkarten und erfinden dafür dann vor aller Ohren lustige Hashtags. Im Orbanism Space, der digitalen Hauptbesetzung auf der Buchmesse, gibt es Bier und Schnaps umsonst. Ich werde von einer Agentin angequatscht, die irgendwas mit meiner Stimme machen will. Hörbücher vielleicht. Über Texte will sie noch nicht sprechen. Ich quatsche wiederum einen Autor an, der mir seinen Schreibstil als eine Mischung aus Hunter S. Thompson und Dave Eggers pitcht. Wir lachen und kippen Schnaps in uns rein.

Ich nehme die U-Bahn nach Hause. Die S-Bahn ist was für langweilige Lektoren und Nicht-Frankurter. Ich stelle einen Flasche Weißwein auf den Tisch und eine zweite in den Kühlschrank. Ich zünde kleine Teelichter an, die ich auf der Fensterbank verteile. Dann koche ich Spaghetti für meine liebste Buchmessenfreundin.

Später falle ich volltrunken und ohnmächtig vor Freude darüber, dass die Buchmesse wieder in der Stadt ist, ins Bett, auf zwei offene Buchseiten. Wenn ich aufwache, habe ich bestimmt schwarze Buchstaben im Gesicht.

Über Texte von Laien im Internet

Alle sagen zu Allem Alles. Was für die Demokratie ein Segen ist, ist für Kunstschaffende ein Eklat. Wie messen wir in Zeiten des Internets noch Qualität?

Wir leben in einer freien Gesellschaft. Jeder sollte sagen, was er denkt. Aber dieses Prinzip hat seine Grenzen. Bei Volksverhetzung zum Beispiel. Und bei Texten aus dem Internet.

„Warum ich keine Kinder will“, „Warum ich unbedingt Kinder will“, „Warum ich nur vier Tage die Woche arbeite“, „Warum ich gar nicht arbeite“, „Warum ich Monogamie richtig finde“, „Warum Polygamie zu meinem Mantra geworden ist“, „Warum ich diesen Text schreibe, „Warum ich diesen Text nicht schreiben sollte – es aber trotzdem tue (Ätsch)“.

Zu jedem Problem gibt es einen Text. Das nervt. Wir sind über 80 Millionen Menschen in diesem Land. Ich habe keine Zeit und keinen Bock, jede Einzelne davon im Internet nachzulesen.
Vielleicht bin ich aber auch ein verkappter Spießer. Einer der denkt, dass der Schuster bei seinen Leisten bleiben sollte. Der findet, dass Modebloggerinnen zumindest von einem Fashion-Hintergrund profitieren, bevor sie über die Branche schreiben. Dass Youtube-Stars sich aus dem Syrienkonflikt raushalten sollten, wenn sie sonst hochbeschäftigt sind, Produkte von amerikanischen Konzernen in die Kamera halten. Selbst dieser Ich-Text ist mir peinlich, obwohl ich mein Handwerk gelernt habe.

Wo Menschen eine Plattform bekommen, da sollen sie sich austoben. Wo Kunst gemacht wird, da offenbart sie ihre schlechte Seite. Wir sollten die Meinungsfreiheit nicht beschneiden, sondern den Mitteilungsdrang der Menschheit in Relation setzen. Auf Dauer können wir so nicht glücklich werden. Jeder hat bald in erschreckender Geschwindigkeit Alles zu Allem gesagt. Und was kommt dann?

Professionell Schreibende müssen sich mit dem, was der Leser will, beschäftigen. Zumindest, wenn sie damit Geld verdienen wollen. Wer sich ernsthaft mit dem Berufsbild auseinandersetzt, versteht, dass Schreiben ein Kompromiss zwischen persönlichem Geschmack und den Erwartungen des Lesers ist. Aber was passiert, wenn diese Komponenten rapide undurchsichtiger werden?

Dass das Internet für unerkannte Talente einen neuen Weg der Veröffentlichung bereithält, ist selten ein Vorteil. Viele interessante Projekte wurden mithilfe des Internets verwirklicht und sie haben ihre Abnehmer gefunden. Die erschreckende Mehrheit hat aber keine Ahnung, was sie auf der digitalen Bühne soll. Der gemeine Leser kommentiert mittlerweile nur noch so: „Toll geschrieben!“ – „Das Beste, was ich je gelesen habe.“ – „Du sprichst mir aus der Seele!“
Dass nicht jeder Blogpost eine Offenbarung sein kann, nunja: Das Internet ist und bleibt das Land der Superlative. Dennoch verlieren wir den Überblick darüber, was wir wirklich als bemerkenswert empfinden.

Jeden Tag lese ich Texte zum Burnout, zum unterdrückten Kinderwunsch. Diese kommen zu oft nicht von Berufsschreibenden oder Experten aus dem jeweiligen Geschäftsbereich – sie kommen von Menschen, die nichts über Stil und Dramaturgie gelernt haben. Die vielleicht innerhalb von Tagen entschieden haben sich einer Bewegung anzuschließen und bedeutungsschwanger darüber schreiben. Die betrunken mit ihren Mannschaftskollegen diskutieren und meinen, ihre Weltsicht würde die Welt wirklich interessieren.

Mich langweilt das. Dabei erachte ich „Depressionen“, „Flüchtlingspolitik“ und „Europa“ als wichtige Themen für die Gesellschaft. Aber es wurde zu vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich öffentlich zu äußern. Mittlerweile kann ich nicht mehr an der Überschrift erkennen, ob ein Artikel mir Mehrwert bietet: Sie klingen alle gleich.

Neulich wollte ich ein Plädoyer für Europa schreiben, weil ich auf diesem Kontinent herumgereist bin. Aber ich kann mich ja selbst nicht mehr hören. Ich bin gehemmt, weil ich gute Qualität nicht mehr als solche erkennen kann. Die Parameter zu Stil und Handwerk sind im Internet verschoben; Spannendes wird schnell zum Banalen. Und Texte mit orthografischen Fehltritten machen heute die Headlines.

Ich frage mich, ob ich in einer Branche arbeiten will, die sich selbst nicht ernst nimmt. Die Buchverträge aufgrund eines erfolgreichen Tweets verteilt, während sie auf ihrer Website dringend davon abrät, sie überhaupt zu kontaktieren. Sie haben ja alle so viel zu tun. Die buchstäblich ihren Darm ohne besonders viel Charme verkaufen – aufgrund der Klickzahlen eines einzelnen Youtube-Videos.

Wir alle profitieren davon, dass wir uns am Internet beteiligen dürfen. Momentan überwiegt der Nonsens. Wenn Autoren und Autorinnen sich deswegen überhaupt nicht äußern, aus Angst, dass ihr Thema bereits von allen Seiten bespielt wurde, dann wird die publizistische Landschaft zur Steppe. Wir sollten wieder für gute Texte kämpfen. Mit allen stilistischen Mitteln.

P.S. Die Groschenphilosophin hat vor mir zum Thema geschrieben. Sehr bemerkenswert.

P.P.S. Fotoquelle

Out of Office

So sieht Entspannung im Urlaub aus Jetzt Griechenland. Sonne, Strand, schweres, dunkelblaues Meer mit gelben Glitzersteinchen bedeckt. Ein Spuckefaden folgt dem Motorboot, das am Horizont verschwindet. Meine Gedanken kreisen. Das Handy ist mein Feind, es bombardiert mich mit Nachrichten. Zu jeder Zeit, nie Stille. Niemand gönnt dir Ruhe auf dieser Welt, alle wollen alles wissen. Drei Tage Wartezeit sind eine Zumutung. Ich hätte das Handy ausmachen sollen, von Anfang an. Ich bin selbst schuld.

Jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland checkt seine Mails im Urlaub. Ich bin einer von ihnen. Es könnte ja eine wichtige Nachricht auf mich warten, jede E-Mail verspricht einen Karrieresprung. Es könnte sein, dass mein Leben sich verändert und ich habe am Strand gelegen und nichts bemerkt. Warum fühle ich mich so wichtig, so unersetzlich? Wurde ich als Kind etwa zu viel geliebt? Warum reicht es mir nicht, aufs Meer zu schauen?

Ich verwandele jeden Gedanken in eine Idee. Schreibe im Kopf Kurzpitches, während ich eine griechische Familie dabei beobachte, wie sie abwechselnd eine pinkfarbene Luftmatratze aufbläst. Morgen könnte ich den Pitch abschicken und übermorgen einen Artikel über die verheerende Situation in Griechenland schreiben. Könnte darüber schreiben, dass der Tourismus die einzige Hoffnung für dieses Land ist, von dem die Deutschen am Strand sagen: „Merkel hat genug Geld hier rein gesteckt.” Ich könnte endlich die Korrekturen zu meinem Manuskript einarbeiten; sollte wirklich die 20 Seiten Leseprobe für den Agenten ausformulieren, der an meinen Ideen interessiert ist. Er ist vielleicht meine letzte Chance. Ich will meinen Urlaub monetisieren, will ihn produktivisieren. Jede Sekunde Schlaf, jeder Wasserspritzer, jeder Ouzo wird von einem schlechten Gewissen begleitet.

“Du hast doch das ganze Jahr Urlaub.” So reden Freunde und die Familie. Sie haben keine Ahnung, dass du als Selbstständiger nie abschalten kannst. Dass du jeden Tag in der Lobby sitzt, um das WLAN zu nutzen. Dass deine Arbeit dein ganzes Sein bestimmt. Dass der Urlaub gar keiner ist. Er ist eine Lüge. Vor dem Schlafengehen sorgst du dich um die Broschüre, die erst kurz vor deinem Urlaub in den Druck gegangen ist. Du fragst dich, ob dein Kunde es wohl aushalten wird, dass du dich erst nach dem Wochenende wieder melden wirst.

Dabei fällt mir ein, ich muss noch Postkarten schreiben. Muss unbedingt dieses neue Stand Up Paddeling ausprobieren und Rhodos-Stadt sehen. Muss das Beste aus diesem Urlaub machen. Das Maximale herausholen. Ich muss nachdenken. Über alles. Muss aufräumen in meinem Freundeskreis, alte Beziehungen prüfen. Muss mich trennen, lösen, muss unbedingt einen Text für meinen Blog schreiben. Seit Tagen habe ich nichts Gescheites mehr auf Instagram gepostet.

Vielleicht schmeiße ich mein Handy ins Wasser. Vielleicht checke ich weiterhin meine Nachrichten, sobald ich WLAN habe. Vielleicht mache ich es ganz aus. Ich werde mich zwingen aufs Meer zu schauen, werde mich zwingen, den Urlaub zu genießen. Werde dösen, lesen, dämlich kleine Verse in meine Kladde schreiben. Ich werde diesen Text nicht mal Korrektur lesen. Vielleicht kann ich dann entspannen. Meine Gedanken halten mich fest in der anderen Welt.